Hochwertige Backlinks – Darauf beim Backlink Portfolio achten
Christoph Kind
Dein Backlink Portfolio – So setzen sich hochwertige Backlinks zusammen, darauf solltest Du achten
Auch wenn Google die Relevanz von Backlinks abschwächen möchte, sind Backlinks bis heute ein essentieller Baustein in der SEO Arbeit. Die Spielregeln haben sich über die letzten Jahre hin verändert. Galt es früher als probates Mittel, möglichst viele Backlinks (Quantität) zu erhalten, honoriert Google heute zumeist hochwertige Backlinks (Qualität). Seit dem Google Penguin Update im Jahr 2012 drohen bei manipulierten Linkprofilen massive Sichtbarkeitseinbrüche; seit September 2016 ist Penguin Teil des Kernalgorithmus und wertet Spam-Links laufend ab, statt ganze Webseiten in Schüben abzustrafen.
Backlinks in der historischen Betrachtung
Als Google Ende der 1990er Jahre den Markt der Suchmaschinen betrat, waren Backlinks ein bis dato unbekanntes Qualitätskriterium mit einer einfach Logik. Backlinks halfen dabei, neue Seiten zu finden, zu indexieren und zu bewerten. Denn, wenn Webmaster freiwillig von der eigenen Webseite auf fremde Inhalte verweisen, muss dieses in dem Mehrwert und der Qualität des Content begründet sein. Googles Idee war also, eine Webseite zu honorieren wenn sie Empfehlungen (in Form eines Backlinks) von anderen Seiten erhält. In der Anfangszeit galt, je mehr Empfehlungen desto höher die Einstufung durch Google.
Das Google Penguin-Update
Spätestens seit Googles Penguin-Update aus April 2012 hat für ein Umdenken beim Backlinking stattgefunden.Umso wichtiger ist es, dass Seitenbetreiber sich an die vorgegebenen Spielregeln für Backlinks halten müssen. Qualität geht heute vor Quantität. Denn Fakt ist, dass die ursprüngliche Idee einen blühenden Grau- und Schwarzmarkt für Backlinks hervorgerufen hat.
Noch heute lassen sich für wenige Dollar bei Plattformen wie Fiverr.com abertausende Backlinks von zweifelhaften Portalen bereits ab 5$ erwerben. Linknetzwerke und Linkfarmen versorgten kaufbereite Webseitenbetreiber mit zahllosen Links bis das Penguin Update diesem Treiben ein jähes Ende setzte und die Geschäftsmodelle der Linkmanipulation quasi von heute auf morgen zusammenbrachen.
Was bewirkte das Penguin Update im Detail.
Das Pengin Update ist eine Veränderung bzw. ein Update von Google’s Suchalgorithmus. Das Update verfolgte das Ziel, überoptimierte Webseiten zu identifizieren, zu verwarnen und in letzter Konsequenz diese abzustrafen um gegen die Manipulation von Suchergebnissen vorzugehen. Neben dem Aufspüren von unnatürlich wirkenden Backlinkprofilen waren vor allem Seitenbetreiber, die Keyword-Stuffing betrieben haben, betroffen.
Mit Penguin 4.0 hat Google den Filter im September 2016 in den Kernalgorithmus übernommen. Seither arbeitet er in Echtzeit — Änderungen am Linkprofil wirken, sobald Google die betroffenen Seiten neu gecrawlt hat — und granular: Er wertet einzelne Spam-Signale ab, statt die ganze Domain herabzustufen. Es gibt also keine „Penguin-Updates“ mehr, auf die man wartet, sondern eine laufende Bewertung. Für grobe Verstöße gegen die Spam-Richtlinien kann Google daneben weiterhin manuelle Maßnahmen verhängen.
Warum setzt Google auf hochwertige Backlinks?
Die russische Suchmaschine Yandex hat 2014 versucht, bei kommerziellen Suchanfragen in der Region Moskau ganz auf Backlinks zu verzichten — und sie 2015 wieder eingeführt, weil der Linkhandel kaum zurückging; seither bewertet Yandex gekaufte Links negativ. Google hat Backlinks nie aus dem Algorithmus genommen und wird zumindest in absehbarer Zukunft weiterhin auf Backlinks als Rankingfaktor setzen. Denn die Grundidee, ein „Empfehlungsschreiben“ in Form eines Backlinks zu erhalten, ist grundsätzlich nicht falsch und honoriert die Bemühungen, hochwertigen und empfehlenswerten Content zu erstellen.
Was ist ein hochwertiger Backlink
Ein hochwertiger Backlink stammt für Google aus einer vertrauenswürdigen und themenrelevanten Quelle, die selbst viele hochwertige Backlinks bekommt und den Link attraktiv im eigenen Content einbettet.
Folgende Kriterien können zur Bewertung eines Backlinks hinzugezogen werden.
1. Die Domain Autorität der verweisenden Quelle
Google bewertet Domains nach ihrem Alter, dem Backlinkprofil und der thematischen Nähe der erhaltenen Backlinks sowie eine Reihe weiterer nicht öffentlicher Rankingfaktoren. Man kann jedoch festhalten, dass eine vertrauenswürdige Webseite, die bereits seit mehreren Jahren existiert und selbst zahlreiche Backlinks erhält, wertvoller ist, als der soeben frisch gegründete Blog vom Nachbarn gegenüber.
Eine Seite mit sehr hoher Autorität ist in der Regel frei von Google Penalties, weißt selbst ein hochwertiges und natürliches Backlinkprofil auf und besitzt nur wenige minderwertige Backlinks.
2. Die thematische Relevanz zum eigenen Inhalt herstellen
Ein hochwertiger Backlink entstammt einer Quelle (Webseite), die sich mit einem ähnlichen Inhalt beschäftigt wie die Zielseite. Betreiber einer Webseite zum Thema „Bekleidung“ profitieren demnach mehr von einem Backlink, der einem Modemagazin entstammt als von einer Webseite, die eine Kompetenz im Bereich „Nahrungsmittel“ aufweist.
3. Die inhaltliche Qualität
Ein hochwertiger Backlink entstammt Punkt 2 folgend von einer Seite, die sich ebenfalls themennah bewegt. Es wäre sträflich zu glauben, dass Google nicht ebenfalls in der Lage ist, auch die Qualität des Beitrages zu bewerten. Inhaltliche Qualität wird über relevante Informationen erzeugt, die in erster Linie einen Nutzen oder Mehrwert für den Leser darstellen. Ob der Beitrag, in dem sich der Rückverweis befindet, kommentiert oder in sozialen Netzwerken geteilt wird, ist nach Googles wiederholter Aussage kein direkter Rankingfaktor — es zeigt aber, ob die Seite überhaupt gelesen wird, und daran lässt sich ihre Qualität abschätzen.
4. Domainpop & IP-Pop
Die Domainpopularität, kurz Domainpop, gibt an, wie viele unterschiedliche Domains auf deine Webseite verweisen. Je mehr unterschiedliche Quellen du vorweisen kannst, desto unwahrscheinlicher scheint eine Manipulation vorzuliegen. Es ist mutmaßlich einfacher, einen „Webmaster“ um viele Backlinks zu bitten, als von vielen Webmastern je einen Backlink zu erhalten.
Mit der IP Popularität lässt sich feststellen, von wie vielen unterschiedlichen IP Adressen deine Backlinks kommen. Der Wert ist für Google wichtig um auszuschließen bzw. zu bewerten ob ein „pfiffiger“ Webmaster auf einem Server mehrere Domains pflegt mit dem Ziel, einer Seite Backlinks von zusätzlichen und unterschiedlichen Domains zu vermitteln.
Wichtige Backlinkeigenschaften
Ankertext
Der Ankertext ist der anklickbare und sichtbare Teil des Backlinks. Dabei kann der Ankertext aus einem Keyword, mehreren Keywords oder ganzen Phrasen bestehen. Sofern ein Einfluss auf die Ankertexte besteht ist es wichtig, dass eine Diversifikation für Google erkennbar ist und nicht ständig dasselbe Keyword als Ankertext Verwendung findet.
Titel
Sobald Du mit der Maus über einen (Back-) Link fährst oder auf ihm verweilst erscheint der Linktitel sofern er gesetzt wurde. Mithilfe des Linktitels können sowohl der Suchmaschine als auch dem Leser bereits weitere Informationen über den zu erwartenden Inhalt angeboten werden. Der Titel sollte demnach auch thematisch passend gesetzt sein und mit wenigstens einem Keyword versehen sein.
Sprache und Herkunftsland
Zu einem natürlichen Linkaufbau zählt, dass der Link in selber Sprache verfasst und aus dem selben Herkunftsland wie die Zielseite entstammt. Alles andere wäre unnatürlich. Schließlich ist es unwahrscheinlich, dass User ferner Kontinenten mit unterschiedlicher Muttersprache eine Homepage aus Deutschland in deutsch gefasst auswählen um auf den dortigen Inhalt zu verweisen. Es mag Fälle und Situationen geben, in denen dies berechtigt geschieht, für Google ist es jedoch ein Signal des unnatürlichen Linkaufbaus.
Deeplink
Zu einem natürlichen Backlinkprofil gehört, dass nicht jeder Backlink auf deine Startseite verweist. Deeplinks, also Links die direkt auf eine Unterseite (und den dort behandelten thematisch relevanten Inhalt) verweisen, gehören in jedes gesunde Backlinkportfolio.
Linktyp
Ein Backlink kann sowohl in Textform als auch in Bildform (Foto, Grafik, Graphen, Banner) gesetzt werden. Wer ein hochwertiges Backlinkportfolio aufbauen möchte, sorgt dafür, dass auch Bilder auf die eigenen Seiten verweisen. Wünschenswert ist, wenn die Bilder mit entsprechenden Alt-Attributen versehen sind, um eine bessere Zuordnung zum Inhalt herstellen zu können.
Follow/NoFollow Attribut
Mit dem NoFollow Attribut teilt der Webmaster der Suchmaschine mit, das er nicht möchte, dass sein Link zur Berechnung der Linkpopularität mit hinzugezogen werden soll. Der Webmaster entwertet den Link somit. Das ist aber durchaus natürlich und somit gehören einige NoFollow Links in jedes Backlinkprofil.
Der Webmaster hat zwei Möglichkeiten, einen ausgehenden Link mit dem NoFollow Attribut zu versehen.
Er kann den Quellcode des Hyperlinks um den Zusatz rel="nofollow" versehen oder über die Meta-Daten der Seite eine Regel für sämtliche Links treffen: <meta name="robots" content="index, nofollow">.
Seit September 2019 gibt es zwei weitere Werte: rel="sponsored" für bezahlte Links und Werbung sowie rel="ugc" für Links aus nutzergenerierten Inhalten wie Kommentaren und Forenbeiträgen. Bezahlte Links müssen laut Googles Spam-Richtlinien mit „sponsored“ oder „nofollow“ gekennzeichnet sein. Seit März 2020 behandelt Google alle drei Werte als Hinweis statt als strikte Anweisung — in der Regel gibt ein so gekennzeichneter Link keine Linkkraft weiter, Google behält sich aber vor, ihn trotzdem zum Crawlen oder zur Bewertung heranzuziehen.
Ein natürliches Backlink Portfolio weist auch NoFollow Backlinks auf. Es wäre schlicht unnatürlich, ausschließlich DoFollow Links zu erhalten.
Was Google heute als Linkspam wertet
Googles Spam-Richtlinien definieren Linkspam als Links, die vor allem dazu dienen, Rankings zu manipulieren. Ausdrücklich genannt werden: der Kauf oder Verkauf von Links für Rankingzwecke, einschließlich bezahlter Beiträge, die Links enthalten; übermäßiger Linktausch („verlink mich, dann verlinke ich dich“) und Partnerseiten nur zum Zweck der Querverlinkung; automatisierte Programme oder Dienste zum Linkaufbau; Forenkommentare mit optimierten Links im Beitrag oder in der Signatur; sowie Links aus minderwertigen Verzeichnissen und Bookmark-Diensten. Werbelinks sind erlaubt, solange sie als „sponsored“ oder „nofollow“ gekennzeichnet sind. Wer sein Backlinkportfolio prüft, sollte diese Liste neben die eigene Linkquelle legen — was darauf steht, ist heute kein hochwertiger Backlink mehr, egal wie stark die Domain ist.
Abschluss: Gute und verschiedene Quellen mit thematischen Anknüpfungspunkten
Hochwertige Backlinks verfolgen zwei Ziele: Zum Einen helfen Sie dir, in den Rankings der Suchmaschine weiter nach vorne zu gelangen, da Sie Suchmaschinen signalisieren, dass ein interessanter Inhalt auf deiner Seite zu finden ist. Zum Anderen liefern Sie dir Traffic, denn ein hochwertiger Backlink ist thematisch korrekt eingebunden und löst ein Problem, dass die Backlinkquelle auf der eigenen Seite nicht lösen kann. Interessierte Besucher folgen dem Backlink und gelangen auf deine Webseite. So gewinnst du zusätzliche Besucher, Interessenten, Fans und ggf. auch neue Kunden.