Suchmaschinenoptimierung für Onlineshops
Christoph Kind
Statt sein Werbebudget ausschließlich in Kampagnen und Anzeigenschaltungen zu investieren bietet die Suchmaschinenoptimierung für Onlineshops eine kostengünstige und nachhaltige Möglichkeit, einen dauerhaften Kundenstrom über Google zu erzielen. Während du beim Advertising nur sichtbar bist, solange du auch Geld in die Hand nimmst, bringen dir organische Rankings dauerhaft neue Besucher und potentielle Käufer frei Haus.
Der intialte Aufwand ist sicherlich höher einzustufen und es dauert eine Zeit, bis die Suchmaschinenoptimierung Früchte trägt. Aber wenn die Maschine einmal ins Rollen gekommen ist, fördert sie neue und zielgerichtete Besucher auf deine Webseite.
Produktbeschreibungen
Damit deine Produkte bei Google vorne gelistet werden benötigen sie eine Beschreibung. Bei Recherchen finde ich immer wieder Online Stores, die ein Produkt in Form von Bild, Preis und Artikelnummer angeben. Aber Text und Darstellung fehlen komplett. Wie soll denn sowas vorne ranken?
Google stellt die besten Inhalte auf die vorderen Plätze. Schau dir deine Beschreibungen daher an und frage dich, ob du diesen Inhalt bietest.
Was du keinesfalls übernehmen solltest, sind die Produktbeschreibungen des Herstellers. Als Platzhalter ist es legitim und für den Nutzer immer noch besser als keine Informationen zum Produkt zu erhalten. Aber aus SEO Sicht empfehle ich dir, Produktbeschreibungen selber zu erstellen.
Das Problem an den Produktbeschreibungen der Hersteller ist nicht, dass diese nicht gut sind. Vielmehr stellst du bei Übernahme der Beschreibungen jedoch einen Inhalt ins Netz, der bereits zig, hundert- oder tausendfach vorhanden ist. Natürlich ist der Import von Texten über Schnittstelle oder via Copy und Paste einfacher und schneller. Aber eine Frage solltest du dir dazu stellen: Warum sollte eine Suchmaschine hergehen und genau deine Beschreibung auf die vorderen Plätze stellen.
Bevor du nun auf falsche Gedanken kommst. Kopiere auf keinen Fall von anderen Produktbeschreibungen im Netz die Inhalte. Das ist einerseits ebenfalls Duplicate Content und schlichtweg Diebstahl. Was kannst du nun also tun?
Optimierungstipps:
Die Lösung ist so einfach, dass man fast selbst draufkommen könnte. Verfasse eigene Produktbeschreibungen. Je nach Shop Größe ist das natürlich eine Mammutaufgabe von der du dich aber nicht entmutigen lassen solltest.
Ggf. kann die Arbeit auch auf mehrere Schultern verteilt werden oder über externe Dienstleister erledigt werden. Bei Externen kann man durchaus brauchbare Texte beziehen mit dem Manko, dass diese die Produkte häufig nur nachrecherchieren und sie nicht selbst in der Hand gehalten haben.
Du musst die Änderungen auch nicht alle auf einmal bewältigen. Vielleicht kennst du die Frage: „Wie isst man einen Elefanten“. Und die Antwort darauf: „Indem man ihn in Scheiben schneidet“.
Will sagen, erstelle dir einen Redaktionsplan und arbeite diesen Stück für Stück ab. Produkte, die einen saisonalen oder auslaufenden Charakter haben behandelst du hier eventuell mit niedrigerer Priorität als deine Dauerbrenner und Evergreens.
Ein weiteres relevantes Auswahlkriterium wäre sicherlich das aktuelle Ranking eines Produktes. Sofern du ein Tool zur Rankingüberwachung nutzt (wie z.B. PageRangers) kannst du dir gezielt die Produkte heraussuchen, die auf den Plätzen 10-30 bereits im Ranking vertreten sind.
Hier ist es nicht mehr weit, bis in den sichtbaren Bereich und eine Optimierung der Produktbeschreibung kann den entscheidenden Kick für eine bessere Platzierung geben.
Rezensionen
Spätestens seit Amazon zum Global Player aufgestiegen ist, wurde die Bedeutung von Kundenrezensionen erst richtig deutlich. Sie spiegeln die Meinung der Nutzer wieder und sind als direktes Feedback zum Produkt, zum Anbieter selbst und zum Service.
Google ist längst dazu übergegangen diese Bewertungen mit in den Suchergebnissen darzustellen. So erhalten Nutzer der Suchmaschine sofort eine aggregierte Zusammenfassung der Meinung in Form von Sternen. Auf Produktebene werden diese in den Snippets dargestellt. Das Unternehmen selbst bekommt die hinterlegten Bewertungen in seinem Google Unternehmensprofil ausgespielt — so heißt Google My Business seit November 2021. Eine Einschränkung gilt seit September 2019: Bewertungen, die ein Unternehmen auf der eigenen Website über sich selbst auszeichnet (Typen LocalBusiness oder Organization), zeigt Google nicht mehr als Sterne in den Suchergebnissen. Für Produkte gilt das nicht, dort funktionieren Bewertungssterne weiterhin.
Das Bewertungsmanagement von Google greift dabei längst nicht nur auf Bewertungen zurück, die auf deiner eigenen Homepage hinterlegt wurden. Denn Nutzer können ihre Meinung zu einem Onlineshop auch bei Google selbst hinterlegen. Und nicht nur das. Auch Bewertungen aus sozialen Netzwerken wie Facebook fließen mit ein.
Bewertungen schaffen Vertrauen in deine Produkte und Unternehmen und können zum Umsatzbooster werden. Sie verschaffen dir Glaubwürdigkeit beim Nutzer und zudem erhältst du einmaligen Content. Denn die hinterlegte Bewertung wird in dieser Form kein zweites Mal niedergeschrieben.
Optimierungstipp:
Damit der erste Eindruck sitzt, kontrolliere die Ansicht deines Unternehmens und stichprobenartig die Ergebnisse einzelner Produkte, bei denen du ein gutes Ranking besitzt. Checkliste:
- Du hast ein Google Unternehmensprofil (früher Google My Business)
- Die Bewertungen sind aussagekräftig und sprechen für dein Unternehmen
- Deine Produkte werden mit Rezensionen in den Serps angezeigt.
Bilder Optimierung
Auch hier lassen Onlineshops immer noch Potentiale liegen. Denn einerseits ist die Google Bilder Suche ein zusätzlicher Traffic Bringer und andererseits unterstützen Bilder das Ranking in der Websuche.
Sofern Du nur Bilder, die vom Hersteller kommen, verwendest, sollten diese auch durch dich nochmal optimiert werden. Gib den Bildern einen ansprechenden Dateinamen und einen aussagekräftigen Titel.
Für das Bilder SEO deines Onlineshops bieten sich heute WebP oder AVIF an. Beide sind bei gleicher Qualität deutlich kleiner als .jpg und .png, was sich positiv in der Ladezeit niederschlägt. Google unterstützt laut seiner Bilder-Dokumentation BMP, GIF, JPEG, PNG, WebP, SVG und AVIF. Das unkomprimierte .bmp solltest du trotzdem meiden. Mehr dazu unter Warum Bilder optimiert werden müssen.
Schritt 1: Wählen den richtigen Dateinamen aus
Sofern deine Bilder noch 304598045.jpg heißen, benenne sie in den Namen des Produktes um. Denn das erste was der Roboter der Suchmaschine sieht, ist der Dateiname. Arbeite mit Bindestrichen, wenn dein Name sich aus mehreren Wörtern zusammensetzt.
Schritt 2: Wähle die richtige Bildergröße bzw. das Format
Überprüfe in jedem Falle auch die Größe deines Bildes. Da heute rund 59 % des weltweiten Web-Traffics von Smartphones kommt (Statcounter, September 2026), sollte das Smartphone nicht die Desktop-Variante laden müssen. Google empfiehlt dafür responsive Bilder über das srcset-Attribut oder das <picture>-Element, bei denen der Browser die passende Größe je Gerät auswählt. Sofern du selber Produktbilder erstellst, beachte unbedingt, dass aktuelle Kameras Bildgrößen von 20 Megapixeln und mehr produzieren. Bei der Nachbearbeitung also unbedingt die Pixelmaße und die Dateigröße reduzieren.
Schritt 3 : Titel und Attribute
Außerdem erhält das Bild in deiner Produktbeschreibung einen Titel, der das Keyword bzw. den Produktnamen ebenfalls enthält. Und ganz wichtig: Füge deinem Bild noch ein Alt Attribut hinzu, damit auch Nutzer mit Handicap verstehen können, was sich auf deiner Seite für Bildmaterial befindet. Arbeite auch hier mit dem Keyword im Alt Text.
Bilder selber machen
Um dich von anderen Shops abzugrenzen, kannst du eigene Produktbilder und Detailaufnahmen machen. Stelle die besonderen Features deiner Produkte heraus. Vielleicht bekommst du auch häufig Fragen zur Dimension oder zur Passgröße eines Produktes. Versuche die Antworten auf den bereits eingegangenen Fragen auch via Bild zu erklären und darzustellen.
Lifestyle Fotos: Nimm das Produkt auch in seiner natürlichen Umgebung auf. Ein Mountainbike ist vor weißer Wand weniger Aussagekräftig als bei der Abfahrt vom Berg. Da darf es dann auch gerne etwas schmutzig sein.
Die Snippet Optimierung
Wenn du deinen Onlineshop fit für die Suchmaschinenoptimierung machen möchtest, dann überprüfe bitte auch deine Snippets. Der Vorteil der Snippet Optimierung liegt auf der Hand. Sie hilft Nutzern besser zu verstehen, was sie auf deiner Seite erwartet und beeinflusst somit die Wahl, welches der angezeigten Suchergebnisse in den SERPs angeklickt wird.
Die klassiche Snippet Optimierung umfasst sowohl den Title als auch die Meta Descripiton. Hier stellst du die Informationen darüber bereit, was der Nutzer auf deiner Seite finden wird. Ein häufiger Fehler liegt in der Nutzung eines allgemeinen Snippets für die ganze Seite. Das ist leider nicht zielführend.
Nutze auf Produkt und Kategorieseiten daher die entsprechenden Keywords und bearbeite den Inhalt so, dass das Snippet für jede Seite und Unterseite einen Zusammenhang herstellt.
Noch schöner und aussagekräftiger sind die sogenannten Rich Snippets. Hier wird das Snippet um zusätzliche strukturierte Daten angereichert und ermöglicht dem Nutzer einen noch besseren Überblick. Durch die zusätzlichen Deeplinks vergrößert sich dein sichtbarer Bereich in den Serps nochmal zusätzlich.
Ein gut gestaltetes und aussagekräftiges Snippet erhöht deine Click Through Rate (CTR) und du holst im Erfolgsfall mehr aus deinen vorhandenen Rankings heraus. Denn es kann durchaus folgender Fall eintreten. Du rankst auf Position 1 zu einem Suchwort, aber dein Ergebnis wird nicht angeklickt. Die These dazu lautet, das dein Snippet nicht ansprechend genug ist. Da du bereits die beste Position besitzt, kannst du nur an der Darstellung des Ergebnisses arbeiten, damit sich mehr Leute von deinem Suchtreffer angesprochen fühlen.
Da die meisten Shopsysteme bereits im Backend die Nutzung von semantischen Auszeichnungen ermöglichen, verzichte ich an dieser Stelle auf weiterführende Hinweise. Falls du deine Snippets händisch im Quelltext bearbeiten möchtest, besuche bitte die Webseite schema.org. Eine Einführung findest du auch unter Markup und Schema.org.
Rich Snippets machen auf Produktebene am meisten Sinn. Du kannst dem Nutzer der Suchmaschine nämlich wertvolle Informationen bereits in den SERPS mitteilen. Über die Sterne Bewertungen habe ich weiter oben ja bereits geschrieben, aber auch Informationen wie Preis, Verfügbarkeit, Versandkosten und Rückgabebedingungen passen hier gut hinein. Google nennt das heute Produkt-Snippets und Händlereinträge (Merchant Listings); zusätzlich zu den strukturierten Daten auf der Seite kannst du dieselben Angaben über einen Feed im Google Merchant Center liefern, beides zusammen maximiert laut Google die Chance auf diese Darstellungen.
Optimierungstipp:
Überprüfe deine Suchergebnisse auf ihre Darstellung in Google. Sofern überall der selbe Text auftritt und nicht mit dem Inhalt der Zielseite übereinstimmt, ändere die Darstellung und mach dein Snippets individuell. Für hochgradig individuelle Snippets kannst du den folgenden Snippet Generator gerne verwenden: http://saney.com/tools/google-snippets-generator.html. Wie du Title und Description im Detail aufbaust, steht unter Durch Snippet-Optimierung mehr Suchtraffic.
Ladezeit
Auch die Ladezeit ist ein gewichtiges Kriterium bei der Suchmaschinenoptimierung für Onlineshops. Google misst sie heute über die Core Web Vitals: LCP (Ladezeit des größten Elements, Ziel unter 2,5 Sekunden), INP (Reaktion auf Eingaben, unter 200 Millisekunden) und CLS (Layoutstabilität, unter 0,1). Laut Googles Dokumentation fließen diese Werte in die Ranking-Systeme ein; prüfen kannst du sie mit PageSpeed Insights und dem Core-Web-Vitals-Bericht der Search Console. Denn Nutzer sind ganz ungeduldige Wesen, die bei langen Wartezeiten schnell zu Google zurückspringen und den nächsten Suchtreffer in Augenschein nehmen.
Auch mit Blick auf die stetig wachsende Bedeutung von Smartphones sollte die Ladezeit stets im Auge behalten werden. Neben einem langsamen Server können bspw. auch Bilder dafür verantwortlich sein, dass die Ladezeit nicht den Erwartungen des Nutzers und der Suchmaschine entspricht.
Optimierungstipps:
Zuerst sollte überprüft werden, wie die langen Ladezeiten zustande kommen. Oftmals liegt es an der Menge der zu ladenden Daten, nicht eingesetztem Caching oder einem überlasteten bzw. nicht performantem Server. Bei der Auswahl des Servers achte darauf, dass dieser genug Performance bereit stellt um auch in Stoßzeiten jedem Nutzer ein schnelles Ergebnis liefern zu können
Nutze Browser Caching, damit Teile der Webseite im Browser zwischengespeichert werden
Achte auf die gesamte Größe deiner Webseite. Hier sind häufig zu große Bilder, die Ursache für lange Ladezeiten. Meine Empfehlung liegt bei Bildgrößen von unter 150 Kilobyte Dateigröße. Unser Tool PageRangers ist hier noch restriktiver und warnt dich bereits, wenn ein Bild auf deiner Webseite größer als 150 Kb ist.
Mobile Darstellung
Wenn dein Onlineshop auf mobilen Endgeräten nicht sauber dargestellt wird, hast du ein Problem. Google hat die Umstellung auf die Mobile-First-Indexierung im Oktober 2023 für abgeschlossen erklärt und im Juli 2024 auch die letzten Websites umgestellt: Indexiert und bewertet wird die mobile Version deiner Seiten, gecrawlt mit dem Smartphone-Googlebot. Seiten, die auf dem Smartphone nicht erreichbar sind, werden seitdem gar nicht mehr indexiert.
Oftmals genügt das Upgrade auf eine aktuellere Shopversion deines bisherigen Shopsystemanbieters. Da die mobile Suche in ihrer Häufigkeit bereits die Desktopsuche überholt hat, wird es hier höchste Zeit wieder State oft the Art zu werden.
In der mobilen Ansicht mit Tabs arbeiten
Für gute Rankings am Desktop galt lange: Inhalte nicht verstecken. Alles was sich hinter Tabs, Toggles und Akkordeons verbarg, ließ der Crawler bei der Bewertung der Inhalte gerne links liegen. Daher lautete die Empfehlung stets, auf unsichtbare Inhalte zu verzichten, bzw. diese sichtbar zu machen.
Mit der Mobile-First-Indexierung hat sich das erledigt. Denn ein Nutzer liest am Smartphone nicht gerne seitenlange Texte. Google wertet auf mobilen Seiten alles, was im HTML steht, gleichwertig — auch Inhalte in Tabs und Akkordeons; John Mueller hat das im April 2020 noch einmal ausdrücklich bestätigt. Googles Dokumentation erlaubt eine andere Gestaltung auf dem Smartphone ausdrücklich, verlangt aber, dass die mobile Version inhaltlich der Desktop-Version entspricht. Weniger Inhalt auf mobil heißt weniger Inhalt im Index. Den Anfang dieser Entwicklung kannst du unter https://www.seroundtable.com/google-content-tabs-hidden-change-22950.html nachlesen.
Gary Illyes von Google hat dies in der Beatwortung eines Tweets Ende 2016 bestätigt.
https://twitter.com/schachin/status/794894215381536770
@methode on desktop content in page elements like accordions is devalued or not indexed. Is this the same when crawling mobile content?
— Kristine Schachinger (@schachin) 5. November 2016
Duplikate entfernen
Duplicate Content entsteht bereits, wenn du mehrere Versionen deiner Webseite erreichbar hast und diese ohne Weiterleitung zur Hauptseite parallel besteht. Darunter fällt die Erreichbarkeit von
- http://www.deineseite.de
- http://deineseite.de
- https://www.deineseite.de
- https://deineseite.de
- Für Drucker optimierte Seiten
Weitere Duplikate können entstehen, wenn dein Shop für mehrere gleichsprachige Länder (DE, AT, CH) mit unterschiedlichen Domains arbeitet und die hreflang Attribute nicht ordentlich ausgezeichnet sind. Problematischer wird es jedoch, wenn du Produkte hast, die URLs erzeugen, sobald man eine Eigenschaft, wie zum Beispiel die Farbe ändert. Google empfiehlt dafür eine feste Struktur, entweder als Pfad (/t-shirt/gruen) oder als Parameter (/t-shirt?farbe=gruen), und als Canonical die Variante ohne Parameter.
Bei Kategorieseiten hat sich die Empfehlung gedreht. Google rät ausdrücklich davon ab, alle Blätterseiten per Canonical auf die erste Seite zu zeigen: Jede Seite der Paginierung bekommt eine eigene URL (etwa ?page=2) und ihr eigenes Canonical, denn Google behandelt sie als eigenständige Seiten. Aus dem Index halten solltest du dagegen Filter- und Sortiervarianten derselben Produktliste, per noindex. Wann Canonical-Tag oder 301-Weiterleitung die bessere Wahl ist, erklärt ein eigener Artikel.
Sprechende URLs
Leider muss es an dieser Stelle immer noch erwähnt werden. Eine sprechende URL hilft Nutzern und der Suchmaschine dabei, zu verstehen, welcher Inhalt sich auf deiner Seite befindet. Wenn du deine Onlineshop Suchmaschinenoptimierung voll angehen möchtest und immer noch auf automatisch erzeugte URLs ohne Bezug zum Inhalt setzt, dann beginne jetzt mit der Umstellung. Google selbst nennt in seiner E-Commerce-Dokumentation /product/black-t-shirt-with-a-white-collar als Beispiel und rät von /product/3243 ab, weil beschreibende Wörter in der URL beim Verstehen der Seite helfen.
Interne Verlinkung
Die interne Verlinkung hat ebenfalls eine starke Gewichtung für deine Rankings. Auch lassen sich Backlinks geschickt auf Unterseiten weiterleiten, die vom eigehenden Linkjuice profitieren. Doch von vorne. Wenn Du Produktseiten anlegst, gehört das Produkt einer Kategorie an. Um deine Kategorieseite zu stärken, arbeite mindestens mit Breadcrumbs und besser noch, mit Links aus dem Content heraus zurück auf deine Kategorieseite. Sofern dein Nutzer das Produkt nach näherer Betrachtung doch nicht als kaufenswert einstuft oder mit anderen Produkten vergleichen möchte, solltest du ihm den Sprung zur Kategorieseite so einfach wie möglich machen.
Am Ende der Produktvorstellung kannst du deinem Nutzer auch ähnliche Produkte vorschlagen oder auf das Zubehör verweisen. So bietest du deinem Nutzer Produkte an und stärkst deine interne Verlinkung.
Weiterleitungen retten Rankings
Viele Shopbetreiber haben saisonale Produkte oder wechseln das Sortiment unterjährig mehrfach durch. Produkte werden überarbeitet und mit neuer Artikelnummer als Version 2 oder ähnlichem neu ausgeliefert. Dadurch entstehen einerseits Möglichkeiten aber auch Probleme für Shopbetreiber.
Ein Produkt das nicht mehr länger angeboten wird, wird häufig gelöscht. Das ist jedoch aus URL Sicht sehr kontraproduktiv. Zum Einen könnte die Produktseite bereits gute Rankings haben, die durch eine Löschung verloren gehen: Wenn das Produkt nur einen Nachfolger erhält, sollte die alte URL via 301 Redirect auf die neue Version weiterleiten. Wenn das Produkt ohne Nachfolger komplett eingestellt wird, empfiehlt es sich auf die Kategorieoberseite zu verlinken. Diese ist inhaltlich so nah am Produkt, dass es Relevanz für die Rankings besitzt.
Sofern ein gesamter Sortimentswechsel ansteht empfehle ich, zumindest die wichtigesten URLs zu identifizieren und gezielt weiterzuleiten. Dein Lohn für die Mühen ist, dass deine bereits erworbenen Rankings von der neuen Zielseite übernommen werden. Das klappt nicht in jedem Falle, aber doch häufig und ist weniger aufwändig, als für die neuen Produkte zu ranken.
Zum Andere hat deine Produktseite vielleicht wertvolle Backlinks erhalten, die du unbedingt erhalten solltest. Diese kommen häufig von Foren, aus sozialen Netzwerken oder aus Blogartikeln, wo deine Produktseite als Empfehlung platziert wurde. Löscht du die URL einfach landen die potentiellen Interessenten auf einer 404 Fehlerseite und springen aller Warscheinlichkeit nach wieder zurück. Die gewonnene Backlinkpower, die auch Einfluss auf deine Rankings nimmt, geht verloren. Rette diese wertvollen externen Verlinkungen durch ein geschicktes Weiterleiten auf Kategorieseiten oder ähnliche Produkte.
Einen eigenen Blog nutzen
Um seine Produktseiten nicht mit Content zu überladen der vom Kaufen ablenkt empfehle ich das Betreiben eines Blogs oder Magazines. Dort lassen sich Fragen rund um Produkte, deren Anwendung und Besonderheiten darstellen. Der Blog dient aber auch dazu, sich als Experte auf seinem Gebiet darzustellen. Davon ab, kannst du es im Blog menscheln lassen und dir, deinem Unternehmen und deinen Mitarbeitern ein Profil geben. Menschen kaufen gerne bei Menschen. Wenn dir die persönliche Note, die ein Blog mitsicht bringt, nicht zusagt kannst du die Contenterstellung magazinlastiger gestalten.
Im Vorfeld bietet es sich an, einen redaktionellen Themenplan zu erarbeiten. Dabei helfen dir SEO Tools wie PageRangers ungemein, denn hier erfährst du wonach Menschen in Bezug zu einem Produkt oder einer Produktkategorie gezielt suchen. Auch wenn du glaubst, dass die Frage schon 1000 mal beantwortet wurde halte ich dagegen: Morgen sucht schon wieder jemand danach. Warum soll er nicht deinen Artikel dazu finden?
Natürlich kann man die Contenterstellung auch einem externen Dienstleister anvertrauen. Wie du die Themen- und Keywordrecherche ideal durchführst, haben wir dir bereits an anderer Stelle hier im Blog ausführlich vorgestellt.
Barrierefreiheit ist seit 2025 Pflicht
Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), die Umsetzung der EU-Richtlinie 2019/882. Es verpflichtet unter anderem Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, die sich an Verbraucher richten, zur Barrierefreiheit — Onlineshops also ausdrücklich. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, also Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz. Technische Grundlage ist die Norm EN 301 549, die für Webinhalte auf die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 in den Stufen A und AA verweist. Bei Verstößen drohen laut IHK Bußgelder bis 100.000 Euro, und die Marktüberwachung kann untersagen, dass ein Angebot weiter bereitgestellt wird.
Für dich als Shopbetreiber ist das weniger fremd, als es klingt. Vieles, was das Gesetz verlangt, deckt sich mit guter OnPage-Arbeit: Alt-Texte für Produktbilder, eine saubere Überschriftenstruktur, Formulare mit Beschriftung, ausreichende Kontraste und ein Shop, der sich komplett per Tastatur bedienen lässt. Wer die Punkte aus den Abschnitten zu Bildern und Snippets umsetzt, hat einen Teil der Pflicht schon erledigt. Die Hintergründe erklärt unser Glossar unter Barrierefreies Internet.
Nutze SEO Tools die dir das Leben leichter machen
Die Empfehlung ist sicherlich etwas subjektiv, da du auf grade einen Artikel auf einer SEO Tool Seite liest. Aber ganz gleich ob du für die Suchmaschinenoptimierung des Onlineshops PageRangers oder ein anderes Tool nutzt. Tools helfen dir. Viele der vorgestellten Punkte zur SEO Optimierung bekommst du auch per Hand, mit Recherche oder durch externe Dienstleister gelöst. Aber richtig effektiv wirst du erst, wenn du die Zusammenhänge erkennst und in die Lage versetzt wirst, einen Maßnahmenkatalog daraus abzuleiten.
Nehmen wir als Beispiel nochmal den Sortimentswechsel und die ausstehenden 301 Weiterleitungen. PageRangers identifiziert für dich mit einem Klick alle URLs, die bereits Rankings und Backlinks haben. Somit hast du sofort eine klare Strategie, für welche Seiten sich ein Umzug via 301 lohnt und wo es eher verschwendete Zeit ist. Genauso zeigt dir ein SEO Tool mit Onpage Optimierung an, welche deiner Bilder zu groß sind, wo du keine Meta Description gesetzt hast und welche Kategorie und Produktseiten deines Onlineshops schlecht oder garnicht verlinkt sind.
Durch den Aufbau von eigenem KnowHow mithilfe von SEO Tools bist du in der Lage, deinen Onlineshop fit für gute Rankings zu machen.